Die Welt von Gilead lässt ihre Zuschauerinnen und Zuschauer auch nach dem Ende von „The Handmaid’s Tale“ nicht los. Nun steht fest, wann das lange angekündigte Spin off The Testaments an den Start geht. Disney+ hat den offiziellen Deutschlandtermin bestätigt und bringt damit eine der spannendsten dystopischen Serienfortsetzungen der letzten Jahre ins Streaming.
Am 8. April 2026 feiert „The Testaments“ hierzulande Premiere. Zum Auftakt werden direkt drei Episoden veröffentlicht, danach folgt wöchentlich eine neue Folge. Damit setzt Disney+ auf das bewährte Serienmodell, das Raum für Diskussionen und Theorien lässt. Für Fans der Originalserie bedeutet das: Gilead kehrt zurück, aber aus einer neuen Perspektive.
Ein neues Kapitel nach dem Ende von Gilead
Während The Handmaid’s Tale nach sechs Staffeln ein endgültiges Ende gefunden hat, setzt „The Testaments“ einige Jahre später an. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood und erzählt eine Geschichte über eine Generation, die Gilead nicht mehr hinterfragt, sondern darin aufgewachsen ist.
Im Mittelpunkt stehen junge Frauen, für die das Regime keine Ausnahme, sondern Alltag ist. Erinnerungen an eine freie Welt existieren kaum noch. Stattdessen bestimmen Regeln, Rituale und Indoktrination ihr Leben. Die Serie beschreibt diesen Zustand nicht nur als politisches System, sondern als persönliche Realität, die zunehmend Risse bekommt.

Aunt Lydia rückt ins Zentrum
Eine der größten Veränderungen im Vergleich zur Mutterserie ist die neue Hauptfigur. Ann Dowd kehrt als Aunt Lydia zurück und übernimmt erstmals die zentrale Rolle. In „The Handmaid’s Tale“ war sie eine der ambivalentesten Figuren, gefürchtet, streng, aber nie eindimensional. „The Testaments“ knüpft genau daran an und zeigt eine Lydia, die mit den Konsequenzen ihrer früheren Entscheidungen leben muss.
Die Serie beleuchtet, wie sich ihre Rolle innerhalb Gileads verändert hat. Sie ist nicht mehr nur Vollstreckerin des Systems, sondern eine Figur, die versucht, Einfluss zu nehmen und Kontrolle zu behalten, während sich das Machtgefüge langsam verschiebt. Dabei bleibt offen, ob sie Teil des Problems oder Teil der Lösung ist.
Agnes und Daisy als neue Perspektive
Neben Aunt Lydia stehen zwei junge Frauen im Mittelpunkt: Agnes und Daisy. Ihre Geschichten verlaufen zunächst getrennt, sind aber eng miteinander verbunden. Agnes wächst innerhalb Gileads auf und kennt nichts anderes als das strenge Regelwerk. Daisy hingegen stammt ursprünglich von außerhalb der Grenzen des Regimes und bringt einen anderen Blick auf diese Welt mit.
Gerade diese Konstellation verleiht „The Testaments“ eine neue Dynamik. Statt einer einzelnen Rebellin zeigt die Serie mehrere Wege, mit Unterdrückung umzugehen. Anpassung, Zweifel, Widerstand und stille Wut stehen gleichberechtigt nebeneinander. Das macht die Geschichte weniger eindeutig, aber umso spannender.
Bekannte Themen, neuer Fokus
Thematisch bleibt „The Testaments“ der DNA der Vorlage treu. Es geht um Kontrolle über Körper und Leben, um religiöse Rechtfertigungen von Gewalt und um den langen Schatten autoritärer Systeme. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus. Während „The Handmaid’s Tale“ stark von unmittelbarem Leid geprägt war, erzählt das Spin off stärker vom langsamen Erwachen einer Generation, die nie eine Alternative kennengelernt hat.
Diese Coming of Age Perspektive verleiht der Serie eine andere emotionale Tiefe. Freiheit ist hier kein verlorener Zustand, sondern eine vage Idee, die erst entdeckt werden muss. Genau darin liegt der Reiz der Fortsetzung.
Disney+ als neue Heimat in Deutschland
In Deutschland wechselt das Franchise mit „The Testaments“ erstmals zu Disney+. Während „The Handmaid’s Tale“ lange bei MagentaTV beheimatet war, übernimmt Disney+ nun exklusiv den Ableger. Damit erweitert der Streamingdienst sein Portfolio um eine weitere erwachsene Prestigeproduktion.
Für Fans bedeutet das kurze Wege: Wer bereits ein Disney+ Abo besitzt, kann direkt einsteigen. Neue Zuschauerinnen und Zuschauer müssen die Originalserie nicht zwingend komplett gesehen haben, profitieren aber klar vom Vorwissen.
Ein würdiger Neubeginn für ein großes Serienuniversum
„The Testaments“ tritt ein schweres Erbe an. „The Handmaid’s Tale“ gilt als eine der prägendsten Serien der letzten Dekade. Doch alles deutet darauf hin, dass das Spin off nicht einfach alte Motive wiederholt, sondern die Welt von Gilead konsequent weiterdenkt.
Mit einem klaren Starttermin, einer starken Hauptfigur und einem thematischen Fokus auf eine neue Generation könnte „The Testaments“ genau das sein, was dieses Serienuniversum braucht: kein Abklatsch, sondern eine Weiterentwicklung. Der April 2026 dürfte für Fans dystopischer Serien jedenfalls fest im Kalender stehen.
