Ab dem 7. August 2026 sind beide Staffeln der irischen Krimiserie „Obituary“ in der ARD Mediathek verfügbar. Im Free-TV zeigt ONE die erste Staffel am 8. August ab 22:25 Uhr, die zweite Staffel folgt eine Woche später am 15. August. Die Serie läuft bereits auf 100 Prozent Zustimmung bei Rotten Tomatoes, was für ein Format dieser Art außergewöhnlich ist.
Wenn Sparmaßnahmen zur Mordmotivation werden
Im Zentrum steht die 24-jährige Elvira Clancy, gespielt von Siobhán Cullen, die im fiktiven irischen Küstenort Kilraven für die Lokalzeitung „Kilraven Chronicle“ arbeitet. Ihre Aufgabe ist das Verfassen von Nachrufen, und darin ist sie tatsächlich gut. Als die Zeitung in finanzielle Nöte gerät, wird ihr festes Gehalt gestrichen und durch ein Honorar von 200 Pfund pro Nachruf ersetzt. Das Problem: In Kilraven stirbt im Schnitt nur alle zehn Tage jemand. Das Einkommen ist entsprechend überschaubar.
Ihr Chef wirft halb im Scherz den Vorschlag in den Raum, sie solle die Leute halt selbst umbringen, wenn die Demografie nicht liefert. Elvira nimmt das erstaunlich wörtlich. Nach einem ersten, anfangs zufällig wirkenden Todesfall beginnt sie, Bewohner ins Jenseits zu befördern, die die Stadtgemeinschaft ihrer Meinung nach ohnehin nicht vermissen wird. Das Motiv ist denkbar profan: Sie braucht das Geld, auch um ihren alkoholkranken Vater Ward zu unterstützen.

Bissige Mediensatire trifft finstere Komödie
„Obituary“ funktioniert auf zwei Ebenen gleichzeitig. Auf der einen Seite ist es eine tiefschwarze Komödie über eine Kleinstadtmörderin, auf der anderen eine bitterböse Satire auf den Niedergang des Lokaljournalismus und die Sinnlosigkeit von Sparrunden, die das Fundament einer Branche aushöhlen. Beides fügt sich zu einem ungewöhnlich stimmigen Gesamtbild zusammen.
Thematisch erinnert die Serie an „Dexter“, auch wenn das irische Kleinstadtmilieu einen vollständig eigenen Ton setzt. Elvira tötet nicht aus Sadismus, sondern aus einer Art finanziellem Pragmatismus, der von perfektionistischem journalistischem Ehrgeiz begleitet wird. Das macht sie trotz allem sympathisch, was die Serie zu einem echten Balanceakt macht.
Besetzung und Macher
Siobhán Cullen trägt die Serie als Elvira nahezu im Alleingang. Michael Smiley spielt ihren Vater Ward, Ronan Raftery und David Ganly ergänzen das Ensemble. Drehbuchautor der Serie ist Ray Lawlor. Die Produktion entstand für den irischen Sender RTÉ, von dem die Serie ursprünglich stammt.
Zwei Staffeln auf einmal
Dass ARD und ONE gleich beide Staffeln anbieten, ist ein klares Signal: Die Serie ist kein Experiment, sondern ein vollständiges Paket. Wer sich nach der ersten Staffel fragt, wie es weitergeht, muss nicht lange warten. Die zweite Staffel steht in der ARD Mediathek bereits jetzt bereit, im Free-TV folgt ONE am 15. August.
