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    Carrie auf Prime Video: Mike Flanagans Stephen-King-Serie überzeugt die Kritiker

    Team CTVDB 19. Oktober 2026
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    „Carrie“ ist zurück – diesmal nicht als Kinofilm, sondern als achtteilige Serie. Seit dem 7. Oktober 2026 ist Mike Flanagans Neuinterpretation von Stephen Kings Horrorklassiker in Deutschland vollständig bei Prime Video verfügbar. Die Ausgangslage war durchaus riskant: Kaum eine King-Geschichte wurde so häufig adaptiert, und Brian De Palmas Film von 1976 gilt bis heute als Klassiker. Trotzdem gelingt der neuen Serie etwas, das längst nicht jedes Remake schafft – sie findet einen eigenen Grund, diese Geschichte noch einmal zu erzählen.

    Die ersten Kritiken fallen entsprechend positiv aus. Bei Rotten Tomatoes erreicht die erste Staffel aktuell 85 Prozent Zustimmung bei 123 erfassten Kritiken. Auch beim Publikum kommt die Serie mit derzeit 83 Prozent überwiegend gut an. Die Werte können sich mit weiteren Bewertungen noch verändern.

    Entscheidend ist dabei weniger, dass Flanagan die bekannte Geschichte einfach länger erzählt. Seine Version verlegt Carries Isolation und das Mobbing in eine Gegenwart, in der Demütigungen nicht mehr am Schultor enden. Smartphones, soziale Netzwerke und öffentlich verbreitete Videos machen aus der Grausamkeit ihrer Mitschüler eine Bedrohung, der Carrie praktisch nicht entkommen kann.

    Carrie im Zeitalter von Social Media

    Die Grundidee aus Stephen Kings Roman von 1974 bleibt erhalten. Carrie White, gespielt von Summer H. Howell, wächst abgeschottet von der Außenwelt auf und muss sich nach dem Tod ihres Vaters erstmals in einer öffentlichen Highschool zurechtfinden. Ihre Mutter Margaret versucht weiterhin, ihre Tochter nach ihren strengen religiösen Vorstellungen zu kontrollieren. Stephen Kings Werke gehören weiterhin zu den gefragtesten Vorlagen des Horrorgenres. Auch „Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines“ basiert auf seinem Werk.

    Carrie möchte dabei zunächst gar keine Außenseiterin sein. Sie ist neugierig auf eine Welt, die ihr bisher weitgehend vorenthalten wurde, und hofft darauf, Freunde zu finden und ein normales Leben zu führen. Doch ausgerechnet die Schule entwickelt sich schnell zu einem Ort der Demütigung. Der entscheidende Unterschied zu früheren Versionen: Mobbing verbreitet sich heute innerhalb von Sekunden.

    Ein erniedrigender Moment bleibt nicht länger auf eine Umkleidekabine oder einen Schulflur beschränkt. Videos und Bilder können geteilt, kommentiert und dauerhaft weiterverbreitet werden. Prime Video beschreibt den zentralen Konflikt selbst als einen „viralen Mobbing-Skandal“, mit dem Carrie gleichzeitig zu ihren erwachenden telekinetischen Kräften konfrontiert wird.

    Genau diese Aktualisierung gehört für uns zu den stärksten Ideen der Serie. Flanagan versucht nicht, Brian De Palmas Film einfach mit moderner Technik nachzudrehen, sondern fragt, was Carries Geschichte im Jahr 2026 bedeuten würde.

    Summer H. Howell gibt Carrie eine andere Persönlichkeit

    Eine der größten Überraschungen ist Summer H. Howell. Ihre Carrie unterscheidet sich bewusst von früheren Interpretationen der Figur. Statt von Beginn an ausschließlich eingeschüchtert und gebrochen zu wirken, besitzt diese Version eine spürbare Neugier und einen Wunsch nach Zugehörigkeit.

    Das macht die kommenden Demütigungen teilweise sogar unangenehmer. Man sieht eine junge Frau, die tatsächlich Hoffnung darauf hat, dass ihr neues Leben besser werden könnte.

    Auch die internationalen Kritiken heben Howells Darstellung besonders hervor. Rotten Tomatoes fasst die ersten Rezensionen dahingehend zusammen, dass ihre Carrie emotional und glaubwürdig funktioniert. Auch The Guardian lobt ihre Darstellung ausdrücklich und bewertet die Serie mit vier von fünf Sternen.

    Für uns ist das ein wesentlicher Grund, warum die acht Folgen trotz der bekannten Geschichte funktionieren: Carrie ist dieses Mal nicht einfach die Figur, von der jeder Zuschauer schon weiß, wohin ihr Weg führen wird. Howell schafft es, ihr eine eigene Persönlichkeit zu geben.

    Summer H. Howell spielt Carrie White in der Prime-Video-Serie Carrie
    Summer H. Howell bei der „Carrie“-Premiere 2026.
    Foto: Gabriel Hutchinson / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

    Samantha Sloyan macht Margaret White komplizierter

    Mindestens genauso wichtig ist Samantha Sloyan als Margaret White. Carries Mutter bleibt streng religiös und kontrollierend, bekommt in der Serie aber mehr Raum als in vielen früheren Adaptionen. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist dadurch nicht weniger problematisch – sie wird lediglich komplexer.

    Kritiker heben gerade Sloyans Darstellung regelmäßig hervor. Die Figur ist weiterhin beängstigend, gleichzeitig versucht die Serie aber verständlicher zu machen, woher ihre Ängste und ihr Kontrollzwang kommen. Rotten Tomatoes nennt Sloyan in seiner Zusammenfassung der Rezensionen ausdrücklich als einen der herausragenden Teile des Ensembles.

    Zum weiteren Cast gehören unter anderem Siena Agudong als Sue Snell, Alison Thornton als Chris Hargensen und Joel Oulette als Tommy Ross. Auch Amber Midthunder, Matthew Lillard und Josie Totah sind Teil des Ensembles. Prime Video führt diese Schauspieler mittlerweile offiziell in der Besetzung auf.

    Acht Folgen statt knapp zwei Stunden

    Der größte strukturelle Unterschied zu Brian De Palmas Film ist natürlich die Laufzeit. Die neue Carrie-Version umfasst acht Episoden mit jeweils ungefähr 49 bis 59 Minuten Laufzeit. Prime Video hat alle acht Folgen am 7. Oktober in Deutschland veröffentlicht – die Staffel kann also bereits vollständig gestreamt werden.

    Diese zusätzliche Zeit nutzt Flanagan vor allem für die Nebenfiguren. Sue, Chris, Margaret und andere Personen aus Carries Umfeld erhalten mehr Hintergrund und Motivation. Nicht jeder Kritiker hält das für einen Vorteil.

    Während The Guardian die Serie als intelligente und zeitgemäße Neuinterpretation bewertet, bemängeln andere Rezensionen, dass sich die Geschichte stellenweise zu weit vom konzentrierten Horror der Vorlage entfernt. Der A.V. Club kritisiert beispielsweise einige Umwege und insbesondere Entscheidungen im späteren Verlauf der Staffel. Rotten Tomatoes fasst die Reaktionen entsprechend als überwiegend positiv, aber keineswegs uneingeschränkt begeistert zusammen.

    Weniger klassischer Horror, mehr Coming-of-Age-Drama

    Wer bei Carrie vor allem auf permanente Schockeffekte oder besonders drastischen Horror wartet, könnte überrascht werden.

    Flanagans Serie interessiert sich stark für die Figuren und für die Mechanismen, durch die junge Menschen andere ausgrenzen. Der übernatürliche Horror ist weiterhin vorhanden, doch gerade in den ersten Episoden wirkt das soziale Umfeld häufig bedrohlicher als Carries telekinetische Fähigkeiten.

    Das passt zu Mike Flanagans bisheriger Arbeit. Auch Serien wie The Haunting of Hill House oder Midnight Mass waren nie ausschließlich an klassischen Schreckmomenten interessiert. Figuren, Trauer, Schuld, Religion und lange Dialogszenen spielen in seinen Arbeiten mindestens eine ebenso große Rolle.

    Bei Carrie kommt nun eine sehr aktuelle Frage hinzu: Was passiert mit einem ohnehin isolierten jungen Menschen, wenn Mobbing durch soziale Medien plötzlich ein unbegrenztes Publikum bekommt? Gerade dadurch entwickelt die Neuverfilmung eine eigene Identität.

    Mike Flanagan entwickelte die neue Carrie-Serie für Prime Video
    Mike Flanagan bei der „Carrie“-Premiere 2026.
    Foto: Gabriel Hutchinson / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

    Hat Carrie eine Chance auf Staffel 2?

    Prime Video hat bislang keine zweite Staffel offiziell bestellt. Allerdings hat Mike Flanagan bereits darüber gesprochen, dass er sich im Idealfall einen größeren Handlungsbogen über drei Staffeln vorstellen könnte.

    Das ist wichtig zu unterscheiden: Dabei handelt es sich um Flanagans kreative Vorstellung und nicht um eine bestätigte Bestellung von Prime Video. Die erste Staffel erzählt die bekannte Geschichte gleichzeitig weit genug, dass man sie auch als eigenständiges Werk ansehen kann.

    Unser Fazit zu Carrie auf Prime Video

    Brauchte es wirklich noch eine weitere Version von Carrie?

    Nach den ersten acht Folgen würden wir sagen: Nicht unbedingt – aber wenn man die Geschichte noch einmal erzählt, dann zumindest so.

    Mike Flanagan versucht nicht, Brian De Palmas Klassiker zu kopieren. Seine Serie interessiert sich stärker für Carrie selbst, gibt den Nebenfiguren erheblich mehr Raum und überträgt Kings Geschichte überzeugend in das Social-Media-Zeitalter.

    Das funktioniert nicht in jeder Szene gleich gut und gerade die zusätzlichen Handlungsstränge dürften unter Fans diskutiert werden. Aber Summer H. Howell und Samantha Sloyan tragen die Serie mit zwei starken Darstellungen, während die moderne Form des Mobbings dem bekannten Stoff tatsächlich eine neue Ebene gibt.

    Mit aktuell 85 Prozent positiven Kritiken bei Rotten Tomatoes ist die Resonanz entsprechend stark. Für Horror-Fans und Anhänger von Mike Flanagan dürfte Carrie damit zu den interessantesten neuen Streamingserien im Oktober gehören.

    Alle acht Folgen von „Carrie“ sind seit dem 7. Oktober 2026 in Deutschland bei Prime Video verfügbar.

    FAQ zu Carrie auf Prime Video

    Wie viele Folgen hat Carrie auf Prime Video?
    Die erste Staffel von „Carrie“ umfasst acht Episoden. Alle Folgen sind seit dem 7. Oktober 2026 in Deutschland bei Prime Video verfügbar.

    Wer spielt Carrie White in der neuen Serie?
    Die Hauptrolle der Carrie White übernimmt Summer H. Howell. Sie ist unter anderem aus Curse of Chucky und Hunter Hunter bekannt.

    Wer spielt Carries Mutter Margaret White?
    Samantha Sloyan spielt Margaret White. Die Schauspielerin arbeitete bereits mehrfach mit Mike Flanagan zusammen, unter anderem bei Midnight Mass und The Fall of the House of Usher.

    Ist die neue Carrie-Serie ein Remake des Films von 1976?
    Nicht direkt. Die Serie basiert wie Brian De Palmas Film von 1976 auf dem Roman „Carrie“ von Stephen King. Mike Flanagans Version erzählt die Geschichte jedoch ausführlicher und überträgt zentrale Themen wie Ausgrenzung und Mobbing stärker in die Gegenwart.

    Wo kann man Carrie 2026 streamen?
    Die komplette erste Staffel ist in Deutschland bei Prime Video verfügbar.

    Gibt es eine zweite Staffel von Carrie?
    Bislang hat Prime Video keine zweite Staffel offiziell bestätigt. Mike Flanagan hat allerdings erklärt, dass er sich grundsätzlich einen größeren Handlungsbogen über mehrere Staffeln vorstellen könnte. Eine tatsächliche Verlängerung steht derzeit noch aus.

    Wer hat die neue Carrie-Serie entwickelt?
    Die neue Serienadaption stammt von Mike Flanagan, der unter anderem für The Haunting of Hill House, Midnight Mass und The Fall of the House of Usher bekannt ist.

    Ist Carrie 2026 eine Horrorserie?
    Ja. Die Serie verbindet klassischen Horror mit Coming-of-Age-Drama und psychologischen Elementen. Im Mittelpunkt stehen neben Carries telekinetischen Kräften vor allem Mobbing, soziale Isolation und ihre Beziehung zu ihrer Mutter.

    Muss man den Film von 1976 kennen?
    Nein. Die Serie erzählt ihre Geschichte eigenständig und setzt keine Kenntnisse früherer Verfilmungen voraus. Wer Brian De Palmas Film kennt, wird allerdings einige bewusste Unterschiede und neue Schwerpunkte erkennen.

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